
Roche (VD)
Grusswort des Präsidenten
An der Schwelle zum neuen Jahr freuen wir uns, Sie rückblickend über die
vielfältigen Aktivitäten rund um das Orgelmuseum im Jahr 2009 zu orientieren.
Hervorzuheben ist, dass sowohl durch die Stiftung als auch durch den Verein sehr viele und häufige Veranstaltungen organisiert wurden.
Zahlreiche Besucher fanden wiederum den Weg nach Roche, um die Ausstellungen mit Thema Malerei, Skulpturen, Marionnetten und anderes zu bewundern.
Namhafte Musikerinnen spielten jeweils samstags Konzerte – mit viel Erfolg – und beim anschliessenden Apéro ergaben sich anregende und interessante Gespräche.
Erwähnenswert und nicht zu vergessen sei die erlebnisreiche Herbstreise in die Lombardei: mit 49 Teilnehmer ein Erfolg war !
Unsere Triennale Generalversammlung findet am 26. Juni in Roche statt. Eine Einladung wird folgen.
Im Namen des Komites danke ich Ihnen für die Treue – materiell und ideell – und freue mich, Sie hoffentlich an der Triennale in Roche begrüssen zu dürfen.
Mit besten Wünschen für das eben begonnene Jahr grüsst Sie freundlich,
Jean-Pierre Candaux
Museumsbesuche
Es hat sich bewährt, Führungen auf Anfrage durchzuführen und wir behalten diesen Modus bei. Hie und da melden sich vorüberfahrende Touristen, welche nach Möglichkeit Einlass finden.
Im vergangenen Jahr hat unser bewährter Konservator 1723 Besucher registriert.
Bei unseren Exponaten … durch den Konservator
Einige sichtbare Änderungen sind im Bestand unserer Exponate zu vermerken, jedoch ohne Zutaten oder Wegnahmen.
Rechts am Eingang (nördliches Seitenlokal) musste die Wasserorgel überholt werden; die Hornspäne, die wie im Original 246 vor Chr. die Tonschleifen in die Ruhe-Stellung zogen (Ventile gab es noch nicht störten immer mehr beim Spiel. Sie wurden für den Anblick belassen, aber mit modernen Spiralfedern „assistiert“, ohne dass die letzteren sichtbar wären. Nun sind die Heuler, und der unumgängliche Verschleiss kein Risiko mehr…
Im Erdgeschoss erinnern sich die Besucher, einen Wassermotor gesehen zu haben, konnten sich aber nicht vorstellen, was er mit der Standseilbahn Territet-Glion zu tun hat! Ein Modell wird die Erklärung bringen, und so die eher heitere Geschichte der Bahn in Erinnerung rufen. Die Bahn lief mit Wasserballast; als aber der Orgelbauer Bishop von London die neue Orgel in der englischen Kirche St. John ab 1895 mit dem hier ausgestellten Wassermotor antrieb, konnte die Bahn den Fahrplan nicht mehr einhalten…! Entweder Bahn fahren, oder Orgel spielen, so oder so, aber nicht beides zusammen… Die hier (funktionstüchtige) ausgestellte Maschine wurde übrigens zum ersten Mal in der Schweiz anno 1907 durch ein elektrisches Schleuder-Gebläse (Ventilator) ersetzt. Welch eine damalige Sensation!
Auf der Empore wo die Schul-Orgeln ausgestellt sind, verlies am 29. Juni die (Haus)Orgel von Mättenbach das Museum von Roche um am Ufer des Zürichsees bei Th. Kuhn AG in Männedorf eine gründliche fachmännische Restaurierung zu erleben, dank einer finanziellen Unterstützung der Loterie Romande. An Stelle dieses Instrumentes kamen eine kleine Vorführungs-Orgel 3 Register und 5 Töne, bisher vom Publikum unbekannt da nur für Schulen reserviert, und eine durch Computer gesteuerte automatische Kleinorgel, eine Diplom-Arbeit im Bereich Informatik der Gewerbeschule Bern.
Im Mittelschiff unseres Museums-Gebäude sind nun die 3 emmentaler Hausorgeln des Laienorgelbauers Rudolf Eggimann aus Hornbachgraben (BE) zu einer „Eggimann-Ecke“ vereint worden. An Stelle der Hausorgel opus 1 des Berner-Bauers wurde so der Platz frei für die von Kuhn restaurierte zurückgekommene Orgel von Mättenbach am 2. Dezember 2009. Das wertvolle Instrument befindet sich nun in der Mitte unserer Orgeln, die im Sommer Konzertieren, das heisst mitunter Ihnen, werte Zuhörer unserer Gastorganisten, Juli und August.
Äusserlich wurde momentan nichts geändert. Zuerst Polychrom (grün, rot, schwarz) gefasst, erlitt die Orgel ca 1880 eine unschöne braun-schwarze Farbe, die vom Besitzer (künftiger Konservator des Orgelmuseums) abgelaugt wurde, und nun roh im „gekratztem Holz“ erschien. Von der ursprünglichen Malerei bleiben bloss einige verblasste Stellen, zuwenig um eine historische Renovierung zu unternehmen. Heisst das also, dass wir es mit einer ehemaligen Kirchen-Kleinorgel zu tun haben? Mehrere Indizien sprechen dafür.
Zusammen gefasst: ca 1780 entstanden als Kirchenorgel, Bauer unbekannt (bloss ein Vermerk auf dem Blasebalg „Jakob Wegmüller“. Hundert Jahre später, Entfernung der originalen Fassung und übermalen in braun-schwarzer Farbe, was nach dem Geschmack damals besser „kirchlich“ oder „andachtswürdiger“ war als das bunte Farbgemisch des Barock!...
Nach 1900, verkauf des Instrumentes nach Mättenbach und zur Hausorgel umgebaut um dort im Schulhaus aufgestellt zu werden. Dann Veräusserung an eine Familie Quinche-Huguenin in La-Chaux-de-Fonds; gegen 1930 Tausch der noch intakten (Haus)orgel bei einem Antiquar Reymond in Yverdon. Diese Versetzung wurde ihr zum Verhängnis. Im Lastwagen umgekippt samt Pfeifenwerk um Platz für weiteres Material zu gewinnen, flogen die Pfeifen aus dem Orgelkasten auf die Strasse, wurden von kräftigen Händen gesammelt und mir nichts-dir nichts in das Gehäuse „zurück“ geworfen…! Total-Schaden, Total-Ruine, das Wrack verschwand in einer Ablage als unerwünschter Ladenhüter… ohne Hoffnung auf bessere Zeiten.
In diesem kläglichen Zustand entdecke der künftige Konservator des Museums das Ding. Er kaufte es im Jahr 1952 für 70 Franken. Nach 2 Jahren mühseliger und oft deprimierender Arbeit ist das Orgelchen nun gerettet worden, beschränkt spielbar gemacht, um so die Besucher in Essertes (1969), dann in Roche (1983) zu entzücken. Dank der Grosszügigkeit der Loterie Romande hat die wertvolle Orgel aus dem Emmental ihre schöne, kräftige und poetische Stimme zurück erhalten. Sie geniesst für die Nachwelt ein ruhigeres, endgültiges Dasein als Bereicherung unseres Orgelbestandes.
Mehrere Instrumente die uns als Leihgaben anvertraut wurden, sind uns schliesslich als Geschenke überlassen worden. Es sind :
° eine prächtige Hausorgel
erstellt von Edouard Armagni in Genf, 552 Pfeifen, alle aus Holz,
° eine Schulorgel gebaut von Pro-Gymnasiums-Schüler im Collège Elysée in
Lausanne,
° ein zusammen-klappbares Reiseharmonium.
Unser wärmsten Dank an Frau Colette Boillat-Armagni in Bern, an Primar-und Sekundar-Schulbehörden von Lausanne und an Herrn Paul Helfer in Assens.
Landwirtschaftl. Gebäude, sog. Museum No 2.
Der Anbau zum Landwirtschaftl. Gebäude ist nach wie vor unser Sorgenkind, weswegen wir letztes Jahr an Sie und andere Institutionen gelangten, um finanzielle Hilfe zu erhalten.
Dieser Anbau ist baufällig, vor allem das Dach und zudem unfallgefährdet, dies wegen Einsturzgefahr.
Es beinhaltet Orgelteile und Instrumente, welche der Restaurierung harren.
Dank Ihrer Hilfe und derjenigen der Stiftung Ernest Dubois sollte es möglich sein, im Frühjahr 2010 mit der Restaurierung zu beginnen.
Rechtslage
Aus der Beilage „Loi sur les impôts“ ersehen Sie, dass Schenkungen steuerrechtlich abgezogen werden können. Das Orgelmuseum unterliegt keine Steuer, da es sich um einen Verein ohne finanzielle Interessen handelt.
Spenden an unser Museum können steuerlich abgesetzt werden von Spenden mit Steuersitz Schweiz und zwar auf einer Spende von CHF. 100.—ab aufwärts.
Verwaltung
Das Komitee setzt sich wie
folgt zusammen:
Jean-Pierre Candaux, Präsident
Dominique Morisod, Vize-Präsident
Michel Chammartin, Kassier, ab 1. Januar 2010 ersetzt durch Jean-Daniel Corbaz
Jean-Jacques Gramm, Konservator und Mitglied
Doris Maillard, Mitglied
Dora Hegg-Waelti, Mitglied
Pierre Margot, Mitglied
Philippe Aquoise, Mitglied, Museumsbeauftragter
François Gerber, Mitglied.
Die Sekretärin, Nelly Gallaz, gehört dem Komitee nicht an.
Das neue Schweizerische Gesetz für Revisoren verlangte auch bei uns eine Anpassung und neu amtet die Treuhandfirma Ch.H. Zufferey S.A. für uns. Aus diesem Grunde zog sich Herr Marcel Lüthi als Treuhänder zurück.
Die Ernennung von Herrn J.D. Corbaz und die Treuhandfirma werden anlässlich der Triennale behandelt werden und mit Abstimmung Bestätigung zu finden.
Die Kulturkommission und Kommission für Museologie arbeiten weiterhin zur Unterhaltung und Gestaltung des Museums. Es liegt Ihnen besonders daran das Museum so attraktiv zu gestalten um damit das Interesse der Besucher zu fördern.
Neu bestellt und bestätigt wird auch das Komitee, Abgänge durch Alter oder Krankheit sind unvermeidlich.
Ende 2009 zählte unsere Vereinigung 563 Mitglieder.
Aktivitäten 2009
Konzerte
Zwischen dem 4. Juli und 29.August 2009 besuchten 476 Hörer unsere Sommerkonzerte.
Folgende Musiker erwiesen uns die Ehre:
Denis Fedorov mit Valentina Roudina, Heinz Balli, Flavio Desandré und Christian Berriat, das Ehepaar Kubitscheck-Ronez, Claude Pahud, Giorgio Revelli, Dominique Bréda, Benjamin Righetti und Jürg Brunner.
Es waren reichhaltige Konzerte – nicht zu vergessen dass ein eher symbolisches Gehalt bezahlt werden kann!!
Ausstellungen (vorübergehend).
Diese neue Art Galerie bewährt sich und wir freuen uns, weiterhin vorübergehende Ausstellungen aus allen künstlerischen Sparten zu beherbergen.
Es stellten aus:
Nicolas Besson, Nathalie Morisod, Photographien
Daniella Tonelli beglückte mit Marionnetten
Claude Bolliger, Malerei
Yaël Pochon mit Glasarbeiten
Alexander Urfer mit Skulpturen
Hulda und Paul Schoeneichen mit Bildern
Monique Boillat, Scherenschnitt
Isabelle Baud, Bilder und Porzellan
Laurent Gianini Rima, Bilder
Jacqueline Lambiel Hauswirth, Malerei
Frédy Hauswirth, Photographien
Ludovic Hartmann mit Illustrationen.
Alle Aussteller zeigten sich zufrieden mit dem Ertrag.
Tagesausflug
Am 20. Juni 2009 fuhren 49 Teilnehmer in jurassische Gefilde. Der Tag begann in St-Ursanne, historisches Städtchen, wo wir in der Collégiale die historische Orgel hörten, vorgeführt durch Gabriel Wolfer.
Weiter ging die Fahrt nach Bellelay, Abtei, wo alle die herrlichen Klänge der neuen Kuhn-Orgel, gespielt durch B. Heiniger, geniessen durften.
Anschliessend folgte das regional geprägte Mittagessen – sehr schmackhaft – welches in den Klosterräumen serviert wurde.
Reconvilier stand noch auf dem Programm; diese Orgel führte uns ebenfalls B. Heiniger vor.
Im Laufe des Tages mussten einige Verspätungen in Kauf genommen werden, aber wir hoffen, dass für alle Anwesenden die Positiven musikalischen Erlebnisse überwogen haben !
Herbstreise
Vom 4. bis 10. Oktober fand die Herbstreise statt, welche 49 Teilnehmer in die Lombardei und nach Mailand führte.
Sorgfältig vorbereitet durch D. Morisod durften die Anwesenden teil haben an der Erfahrung und dem Fachwissen von G. Bovet, welcher die Reiseleitung ergänzte. Es waren eindrückliche Tage mit vielfältigen musikalischen Erlebnissen und dies alles in einer wunderschönen Gegend.
Die Teilnehmer der Herbstreise waren mit dem Programm sehr zufrieden und drücken Ihren Dank den Organisatoren aus.
Vorgesehene Anlässe im Jahr 2010
Musikalische Anlässe – vorübergehende Ausstellungen – Tagesausflug und Herbstreise.
Vielseitige und interessante Anlässe erwarten Sie zu gegebener Zeit, Künstler verschiedener Art laden ein und geographische Höhepunkte mit kulinarischen Delikatessen werden nicht fehlen.
Programme liegen bei, ebenso Anmeldeformulare und Einzahlungsscheine die einzelnen Tagungen betreffend.
Wir erinnern Sie daran, dass unsere Internetseite stets nachgetragen wird und auf dem neuesten Stand alle Anlässe beinhaltet: www.orgue.ch
Suche nach neuen Mitgliedern
Dies ist weiterhin unser Anliegen und wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie nach Möglichkeit dazu beitragen können. Eine grosse Trägerschaft ermöglicht das Bestehen und Weiterführen des Museums mit den erhaltenswerten Instrumenten.
Triennale
Die Zeit vergeht schnell und wiederum steht eine solche Versammlung vor der Tür. Dies wird am Samstag, 26. Juni 2010 der Fall sein und Sie erhalten rechtzeitig die Einladung dazu.
Wir freuen uns auf ein Zusammensein, welches auch Anlass gibt, über diverse
Anliegen zu informieren und zu diskutieren.
Zudem wird uns Marc Fitze um 17 Uhr die neu installierte Orgel von Mättenbach vorspielen.
Dank
Es bleibt uns der Dank: dieser gilt vor allem Ihnen, die Sie finanziell und Ideell mithelfen, das weitere Bestehen des Orgelmuseums in Roche zu sichern.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen an einem der erwähnten Anlässe und grüssen sie freundlich,